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Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung in Nordrhein-Westfalen
Pilotkommunen
Expertenkreis
Die Agenda 21, zu der sich 1992 im Rahmen der UNO-Sonderkonferenz in Rio de
Janeiro auch die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet hat, fordert eine
am Grundsatz der Nachhaltigkeit orientierte Entwicklung
in allen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Bereichen.
Der Landtag Nordrhein-Westfalens hat dies mit den Beschlüssen zur Landesagenda
21 bestätigt.
Auf Initiative des nordrhein-westfälischen Bauministeriums fand 1998
ein Workshop für Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen sowie Experten
statt. Hier entstand die Idee, Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung
in NRW zu entwickeln. Bei der Auswahl von Indikatoren sollte dabei einerseits
Raum für eine lokale Spezifizierung, andererseits ein gemeinsames Gerüst
für eine Einschätzung der Nachhaltigkeit der kommunalen Entwicklung
geboten werden.
Zwischen 1999 und 2000 hat ein Expertenkreis,
der sich aus Vertreterinnen und Vertretern von betroffenen Fachressorts, wissenschaftlichen
Einrichtungen und Institutionen und Kommunen zusammensetzte, einen Entwurf
für Nachhaltigkeitsindikatoren im Bereich Bau und Energie erarbeitet.
Innerhalb des Bereichs wurden die Themenfelder Energie, Soziale Stadt, Stadtentwicklung
und Ressourcen sowie Stoffströme ausgewählt. Auch innerhalb dieser
Themenfelder liegt der Fokus auf dem Bereich „Bau und Energie“.
Dies gilt auch für die Indikatoren des Themenfelds „Soziale Stadt“,
bei denen etwa die gleichberechtigte Teilhabe oder die Stabilität kommunaler
Quartiere betrachtet wird. Sie beziehen sich auf den „gebauten Raum“,
d.h. die städtebaulichen Rahmenbedingungen, bezogen. Es wurde damit nur
ein Teilbereich einer nachhaltigen Entwicklung betrachtet. Auf diese Weise
konnten in einer recht kurzen Zeitspanne Ergebnisse erzielt und mit diesem
Internet-Portal ein funktionsfähiges Werkzeug entwickelt werden.
Die zweijährige Pilotphase von 2001 bis 2003 hat dazugeführt, dass
nun ein in der täglichen Arbeit anwendbares Indikatoren-Set vorliegt,
das sich mit geringem Aufwand fortschreiben lässt. Auf dem Weg zu diesem
Indikatoren-Set mussten deshalb viele interessante Ideen wieder verworfen werden.
Entweder standen die benötigten Daten nicht mit ausreichender Genauigkeit
zur Verfügung oder die Kommunen hatten auf dieses Handlungsfeld keinen
Einfluss. Ein Beispiel: Ein Indikator zur Lärmbelastung in den Kommunen,
mit dem man die Lebensbedingungen - bezogen auf Gesundheit und Umweltbelastungen
- beobachten könnte, ließ sich nicht realisieren, da keine ausreichend
genauen Daten hierzu vorliegen. Auch die wünschenswerte geschlechterspezifische
Auswertung im Rahmen von Gender Mainstreaming konnte nicht ermöglicht
werden.
Bei einigen Indikatoren werden alle erforderlichen Zahlen vom Land direkt
in der Datenbank des Indikatoren-Portals zu Verfügung gestellt. Diese
neun Indikatoren erfüllen das Kriterium, dass
die Daten leicht erhältlich sein sollten, natürlich in besonderem
Maße. Insgesamt werden über die Hälfte der erforderlichen Werte
zur Verfügung gestellt. Bei anderen Indikatoren wiederum lassen sich die
Daten nur mit hohem Aufwand erheben. Da sie aber von großem Interesse
für eine nachhaltige Entwicklung sind, wurden sie dennoch aufgenommen.
Dies gilt z.B. für den Indikator zur energetischen Gebäudesanierung,
der den Zustand des Gebäudebestands aus energetischer Sicht beobachtet.
Dieser Indikator ist mit Blick auf den langfristigen Erhalt von Gebäuden
von großer Bedeutung.
Bei einigen Indikatoren stellte sich im Laufe des gesamten Projekts heraus,
dass es sich lohnt, sie speziell für kommunale Liegenschaften zu erheben.
Hier erschien uns das „Bruttoabfallaufkommen“ in kommunalen Liegenschaften
ebenso interessant wie die Energienutzung der Kommune. Diese Indikatoren stehen
auch in direktem Zusammenhang mit den laufenden Ausgaben für die kommunalen
Liegenschaften. So lassen sich Unterschiede zwischen vergleichbaren Gebäudetypen
identifizieren, Ursachen bestimmen und möglicherweise abstellen. Dies
ist ein Beispiel dafür, wie sich Ökonomie und Ökologie für
eine Kommune sinnvoll verbinden lassen und die Investition in Nachhaltigkeit
sich lohnt.
Auf einem Forum am 06.11.2003 wurde mit dem Leitfaden das Indikatoren-Set
einer breiten Öffentlichkeit
vorgestellt. Damit steht das Indikatoren-Set und das Indikatoren-Portal allen
Kommunen in NRW zur Verfügung.
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